Was ist wirklich wichtig?

… das war im Juni 2018 die Antwort von D. auf die Frage:
“Welche Frage bewegte Dich in Deiner größten Krise?”

“Was ist wirklich wichtig?” – das ist eine Frage, die wir Menschen uns stellen, wenn es ums Ganze geht. Es ist eine Frage, die wir uns stellen, wenn wir merken, da müsste doch eigentlich noch etwas Wesentliches im Leben kommen.

Die Frage “Was ist wirklich wichtig?” hilft Dir zwischen dem zu unterscheiden, was Du im Leben weglassen kannst, und dem, was wesentlich zur Ertüchtigung Deines Lebensgefühles beiträgt. Letzteres entsteht genau dort, wo Du im Sinne Deiner Lebensaufgabe handelst.

Kann eine Krise demnach helfen sich der Lebensaufgabe zu nähern?

Das zu durchdringen hatten wir uns in den Gesprächen mit Sinn im Juni 2918 in München vorgenommen. Wir beschäftigten uns mit dem Thema:

Krisen in der Biographie. Wegweiser der Lebensaufgabe.

Erstmalig  hatten wir eine Liveschaltung per Videochat und wir haben gemerkt:
das tut der Gesamtstimmung keinen Abbruch. Nein, wir hatten sogar sehr viel Spaß dabei! Und das, obwohl sogar über sehr heftige biographische Krisen berichtet wurde.

Es war ein ungewöhnliches Thema für die Gespräche mit Sinn, da wir einmal eine Seite des Lebens angeschaut haben, die ganz sicher nicht viel Freude bereitet.

Und doch hat sich in der Diskussion herausgestellt, wie sehr Krisen als Wegweiser fungieren können: “Jede Krise ist wie ein Puzzelteil auf dem Weg zur Lebendigkeit”.

Eine Krise kann, wie A. berichtete, auch das Ergebnis einer nicht gelebten Lebensaufgabe sein. Dann wirkt die Krise als Antreiber, Motor oder Wegweiser, der besagt: “So soll’s nicht laufen!”

Interessant war die Unterscheidung von gelebten und gefühlten Krisen:

  • Die gelebte Krise wurde als eine Krise definiert, die von außen auf Dich zukommt, wie z.B. ein Bruch mit dem Partner oder die Kündigung im Job.
  • Eine gefühlte Krise wurde als eine Krise definiert, die von Innen her ausgelöst wird, wie z.B. durch Unzufriedenheit, die Schritt für Schritt zu Ratlosigkeit, Frust und ggf. Depression oder Burnout führt.

Wir sind nicht näher auf die Frage eingegangen, ob die “gelebten” Krisen nicht doch auch von langer Hand durch die Art der inneren Auseinandersetzung den Weg bereitet bekommen (Stichwort: Gesetz der Resonanz).

Doch ganz offenbar helfen Krisen die Sinne zu schärfen und alte Muster anzusehen.
“Krisen helfen mehr ich selbst zu sein”, wie uns eine Teilnehmerin verriet.

Krisen gehören zum Leben dazu. Selbst ein Mensch, der von Erfolg und Glück beseelt ist, wird Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre erleben, in der seine Hochstimmung getrübt ist. Das muss nicht gleich als Krise empfunden werden. Manchmal scheint dies vielleicht mehr eine Ruhephase, die der Regeneration und Schaffung neuer Kräfte dient.

Manch ein Mensch wird in seinem Leben dagegen härter konfrontiert: Krisen rücken dann z.B. durch gesundheitliche Einschränkungen, die Kündigung des Arbeitsplatzes, den Verlust des Partners oder den Tod einer geliebten Person in den Vordergrund.

Doch wie können Krisen Wegweiser der Lebensaufgabe sein?

Dazu lohnt es sich zu beleuchten, wie sich die Lebensaufgabe definieren lässt.
Die Lebensaufgabe ist tief im Menschen verankert. Ich nenne sie gerne auch den “ureigenen Sinn des Lebens”. Es ist der Grund Deines Daseins auf Erden: es ist Dein WARUM. Es ist die Aufgabe, die Du Dir für dieses Leben gewählt hast, die Aufgabe, die stets an Dich herantritt und Dir die Chance zur höchstmöglichen Entwicklung in diesem Leben bietet. Es ist die Triebfeder, die Dir hilft ein erfülltes Leben zu führen.

Du gebrauchst hier und da sicher auch den Begriff “Sinn des Lebens”. Meine Frage an Dich wäre: benutzt Du diesen Begriff in einem engeren oder einem weiteren Sinne?

Der Klarheit halber differenziere ich gerne: ich unterscheide den Begriff vom “ureigenen Sinn des Lebens” vom Begriff des “höheren Sinn des Lebens”, der die Gesamtordnung des Universums mit einschließt. Dass im Endeffekt beides nicht wirklich von einander zu trennen ist, ist letztlich ein ganz eigenes Thema und soll an dieser Stelle nicht weiter beleuchtet werden.

Mein Lehrmeister John P. Strelecky gebraucht einen ganz eigenen Begriff und spricht  in seinem ersten Buch “Das Café am Rande der Welt Eine Erzählung vom Sinn des Lebens vom Zweck der Existenz (vgl. dtv-Ausgabe 2010, S. 49): “Wenn ein Mensch weiß, warum er hier ist, hat er den ‘Zweck der Existenz’ erkannt”.

In meinen Coachings und Seminaren habe ich bei all meinen Klienten ein sich wiederholendes Muster festgestellt (vgl. Abbildung), wobei – so meine Definition – die Lebensaufgabe den Kern jeden Handelns im Leben begleitet. 

Auf ihr aufbauend, sind in uns Werte verankert, die uns im Leben führen und leiten. Das muss uns Menschen keineswegs bewusst sein, doch es macht Dein Leben leichter, wenn Du Dir klar bist, in welche Richtung Du unterwegs bist. Denn erst dann verkörpern Deine Lebensprojekte nicht nur die Ebene, auf der Du ins TUN kommst: hier kann sich das entfalten, was Du zu tun liebst und wie Du Deine Lebenszeit von ganzem Herzen her gestalten willst. Hier empfindest Du Freude und Lebendigkeit.

Wenn wir Krisen durchleben, dann handeln wir nicht im Sinne unserer Lebensaufgabe. Wir lieben in dem Moment nicht, was wir tun. Wir sind in der Stimmung getrübt. Unsere Gefühle fahren Achterbahn, unser Denken gerät durcheinander, unser Geist ist nicht mehr empfänglich für die intuitiven Eingebungen, die uns wie Richtungsweiser helfen könnten. Und so wird unser Wille geschwächt.

Und doch: wir haben in diesem Moment unsere Lebensaufgabe nicht verloren,
sie begleitet uns weiter – egal ob bewusst oder unbewusst.

Daher lohnt es sich in Krisenzeiten genau hinzuschauen, achtsam zu sein und sich selbst die Möglichkeit zu geben, die Krise als Wegweiser der Lebensaufgabe zu begreifen.

Du kannst auch während einer Krise Deine Lebensaufgabe wahrnehmen und erspüren: jeder Gedanke, der Dich positiv stimmt, jede Vorstellung, die Dir Freude bereitet, jeder Willensschub, der Dich initiativ werden lässt, deutet auf Deine Lebensaufgabe hin.

Du kannst Dir während einer Krise folgenden Fragen stellen und ihre Antwort wird Dich Deiner Lebensaufgabe näher bringen:

  1. “Welche Erkenntnisse kann ich aus meiner Krise ziehen?”
  2. “Welche dieser Erkenntnisse stimmen mich positiv?”
  3. “Was macht mich – wieder – freudig/lebendig und was kann ich konkret dafür tun?”
  4. “Welche ersten Schritte aus der Krise heraus fühlen sich gut an?”

Das Gedicht PARIS, 1. Mai 1977 von Alfred Andersch frei interpretiert möchte ich Dir mitgeben: Wenn Dich der Wunsch überfällt, diese ersten Schritte zu gehen, dann erkennst Du die Verbindung zu Deiner Lebensaufgabe. Und ich empfehle Dir: Fass Dir ein Herz, mach die Augen zu und renn los!

Last not least empfehle ich Dir bereits bei den ersten Schritten heraus aus der Krise dankbar zu sein. Dankbar für die Krise, die Dich hat innehalten lassen und Dich – sanft, oder auch unsanft – auf Deine eigentliche Aufgabe im Leben aufmerksam gemacht hat.

 

Fazit:

  1. Krisen in der Biographie sind ein Wegweiser Deiner Lebensaufgabe.
  2. Krisen treten als Gegenpol zur Lebensaufgabe auf und wollen Dich wachrütteln.
  3. Wenn Du Dir in einer Krise Fragen stellst, deren Antwort Dich lebendig werden lässt, dann zeigt sich Dir Deine Lebensaufgabe.
  4. Nutze dieses gute Gefühl als Schubkraft für Deine ersten Schritte heraus aus der Krise.
  5. Sei dankbar für die Krise. Dankbarkeit bringt Dich in eine positive Energie und verbindet Dich mit Deiner Lebensaufgabe.

 

Authentisch sein. Chance und Herausforderung.

Frauenkirche MünchenUnser nächster Termin für die Gespräche mit Sinn | personal in München
ist am Mittwoch, dem 13.12.2017 um 19.30 Uhr.

Unser Thema im Dezember:

Authentisch sein. Chance und Herausforderung.

Bevor Sie weiter lesen, halten Sie einmal kurz inne:

Gelingt es Ihnen stets authentisch zu sein?
Welche Konsequenzen erleben Sie durch Ihr authentisches Sein?

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