Moses, der FC Bayern und die Big Five for Life

“Man spricht nicht über sich selbst” – so habe ich es als Kind sehr häufig gehört. Das Wort “ich” hatte etwas, womit sich zu identifizieren nicht als gesellschaftskonform galt. Einem “Ich mag aber”, oder “Ich fühle” – wurde mir in meiner Kindheit ein “man tut das nicht” gegenübergestellt. Unter uns Jugendlichen kam dann das Wort “Ego” auf. Und sobald jemand “Ich” bezogen war, war er oder sie  pauschal ein Egoist oder gar ein Egozentriker – eben ein EGO. Interessant übrigens das amerikanische Akronym für EGO (nachzulesen in “Der Moses Code” von James F. Twyman): “Edging God Out (übersetzt: »Gott verdrängen«)”.

So trat ich insbesondere im Alter zwischen 10 bis 20 Jahren auf der Stelle, da mir mein Elternhaus und meine Umwelt etwas anderes signalisierte als mein Inneres fühlte. Das ICH blieb für mich abstrakt. Und das ICH sollte noch viele, viele Jahre für mich abstrakt bleiben – obgleich ich hier und da Momente hatte, in denen ich FÜHLEN konnte, was es heißt “ganz ICH zu sein.”

Viel später, vor etwa 5 Jahren, fiel mir das Buch “Der Moses Code” von James F. Twyman in die Hand. Twyman beschreibt dort die biblische Geschichte von Moses und dem brennenden Dornenbusch. Moses begegnet im brennenden Dornenbusch der Stimme Gottes, die ihn anhält, die Israeliten aus Ägypten zu führen. Moses antwortete daraufhin zu Gott: “Wenn ich aber zu den Israeliten komme und zu ihnen sage: ‘Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt’, und sie mich dann fragen: ‘Wie heißt er denn?’, was soll ich ihnen da antworten?” Da sagte Gott zu Mose: “Ich bin, der ich bin”. Dann fuhr er fort: “So sollst Du zu den Israeliten sagen: Der ‘Ich bin’ hat mich zu euch gesandt” (vgl. 2.Mose 3).

Anders, als ich es persönlich in meiner Kindheit und Jugend erfahren habe, bekam das Wörtchen ICH plötzlich eine andere Bedeutung: Das ICH wurde in der Geschichte um Moses und den brennenden Dornenbusch mit dem SEIN verbunden. ‘Ich bin, der ich bin.’

Eine schöne Erkenntnis, allerdings mit einem Haken. Für mich blieb diese Erkenntnis abstrakt: ICH BIN als Formel eines im Verstand gewälzten Codes. So ging ich also in der Welt umher, den Code auf den Lippen. Nicht mehr war es als ein “Lippenverständnis” und demzufolge ein “Lippenbekenntnis”.

Im November 2010 fing ich dann an, mich mit dem Big Five for Life Konzept von John P.Strelecky auseinanderzusetzen. Sehr schnell lernte ich Dr. Uwe Alschner und seine Firma Big Five for Life Deutschland kennen und saß ratzfatz in einem Big Five for Life Discovery Seminar; einem Seminar, in dem es darum geht, die größten persönlichen Wünsche des Lebens zu entdecken. Das erstaunliche an diesem Konzept war für mich die Bodenständigkeit verbunden mit großer Leichtigkeit. Kein ‘OM’, kein 40 Tage Fasten, kein Meditieren und keine vegane Kost. Und doch: bei mir ging’s ab wie ein Bugatti Veyron auf der Rennstrecke in Monza. Vier meiner Big Five for Life, also der 5 wichtigsten Wünsche meines Lebens, mündeten in eine Erkenntnis, meinem fünften Big Five for Life: ICH BIN – und gebe diese Erkenntnis anderen Menschen weiter.

Ich war nun also an einem neuen Punkt: erstens wusste ich fortan, was meinem Leben einen Sinn geben würde und was mein Leben zu einem Erfolg aus meiner persönlichen Sicht bringen würde. Und zweitens wurde ich mit den Big Five for Life plötzlich ganz ich selbst: Es offenbarte sich mir das SEIN. Es offenbarte sich mir das ‘Ganz ich selbst sein ohne Einfluss von außen’. Ich war also. Und um es in der Gegenwart auszudrücken: ICH BIN.

Bis heute gibt es noch ein drittes Phänomen für mich: ICH BIN zeigt sich immer wieder physisch. Das ICH BIN waren ab sofort nicht mehr nur Worte, sondern es wurde zu etwas, was ich fühlen konnte. Es fühlt sich an, als wäre ich in einem Rausch. Gänsehaut streift über meinen Körper, manchmal schuddert es mich, teils laufen Tränen, manchmal fühlt es sich an, wie unter der ‘Droge’ Adrenalin. In jedem Fall aber überkommt mich eine Entspanntheit gepaart mit selbstverständlicher Aktivität und Begeisterung. Angst, Schmerz, innerer Druck spielen in diesen Momenten keine Rolle.

Was aber haben nun der Moses Code und meine Erkenntnis mit dem FC Bayern zu tun? Ich habe das, was ich gleich erzähle immer wieder gelesen, mich aber nicht weiter damit auseinandergesetzt. Es war Eugen Simon in seinem Sprungbrettseminar, der mich darauf aufmerksam machte. Vor wenigen Wochen blickt mich dann das Bayernmagazin an.

Ich kann es kaum fassen und muss herzhaft lachen: Da stellt sich also der FC Bayern hin und brüllt es schier in die Welt hinein: »Mir san mir«. Betone ich beim Lesen nicht das zweimalige ‘MIR’ sondern das ‘SAN’ dann offeriert uns der FC Bayern wie selbstverständlich pünktlich zum Oktoberfest in Lebkuchenform den transformierten Moses Code: »Mir san mir«, was soviel heißt, wie »Wir sind wir«.
Da ist es wieder: Das SEIN. Der FC Bayern tritt also nicht nur als eine sportliche Gemeinschaft auf. Der FC Bayern lebt das SEIN. Mich würde es nicht wundern, wenn die Erfolge des FC Bayern genau damit zusammenhängen. In dem es nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, sondern der Verein erkannt hat, was es heißt zu SEIN, wird die gleiche Energie frei, die bei mir persönlich zum physischen Rausch führt und mich mit einer Selbstverständlichkeit begeistert aktiv sein lässt.

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